Nachfolgebörse im Vergleich
DUB.de, nexxt-change und andere Plattformen im Vergleich: Wo Unternehmer qualifizierte Käufer finden und wo nicht.
Was sind Nachfolgebörsen?
Nachfolgebörsen sind Online-Plattformen, auf denen Unternehmer ihre Firma zum Verkauf anbieten und potenzielle Käufer nach Übernahmemöglichkeiten suchen können. Die bekanntesten im deutschsprachigen Raum sind DUB.de, nexxt-change (getragen von KfW und IHK) sowie verschiedene regionale Börsen der Handwerkskammern.
Inserat aufgeben, Käufer finden, übergeben: So einfach ist es bei Unternehmen mit substanziellem Wert selten.
Plattformen im Überblick
DUB.de
Vorteile
- Große Reichweite
- Bekannte Marke
- Premium-Optionen
Nachteile
- Fokus auf kleine Deals
- Keine Verhandlungsbegleitung
- Begrenzte Diskretion
nexxt-change (KfW/IHK)
Vorteile
- Kostenlos
- Seriöser Träger
- Regionale Vernetzung
Nachteile
- Veraltetes Interface
- Kaum PE-Käufer
- Keine aktive Vermittlung
Firmenbörsen (BizBuySell, MicroAcquire)
Vorteile
- International
- Tech-affin
- Schnelle Listung
Nachteile
- Nicht auf Deutschland fokussiert
- Qualität der Anfragen variiert
- Sprachbarriere
Wo Nachfolgebörsen an Grenzen stoßen
Diskretion
Anonymisierte Inserate schützen nur oberflächlich. Branchenkenner identifizieren Unternehmen oft anhand weniger Datenpunkte.
Käuferqualität
PE-Fonds, Family Offices und strategische Käufer suchen selten auf öffentlichen Plattformen. Die Anfragen kommen häufig von unerfahrenen Einzelpersonen.
Bewertung & Verhandlung
Keine Plattform bietet eine professionelle Unternehmensbewertung oder begleitet Verhandlungen. Verkäufer sind auf sich allein gestellt.
Nachfolgebörse oder M&A-Berater?
| Kriterium | Nachfolgebörse | M&A-Boutique |
|---|---|---|
| Geeignet ab | kleine Transaktionen unter 0,5 Mio. € | ab 0,5 Mio. € EBITDA |
| Käuferzugang | Öffentlich, passiv | Aktiv, diskret, qualifiziert |
| Diskretion | Eingeschränkt | Vollständig kontrolliert |
| Bewertung | Keine / rudimentär | Professionell, marktbasiert |
| Verhandlung | Selbst | Professionell begleitet |
| Due Diligence | Keine Unterstützung | Vollständige Begleitung |
| Kosten | Gering / kostenlos | Erfolgshonorar 3 bis 6 % |
| Typischer Kaufpreis | Oft unter Marktwert | Marktgerecht bis Premium |
Häufige Fragen zu Nachfolgebörsen
Welche Nachfolgebörse ist die beste für den Mittelstand?
Für mittelständische Unternehmen mit einem EBITDA ab 0,5 Mio. € sind öffentliche Nachfolgebörsen wie DUB.de oder nexxt-change nur bedingt geeignet. Diese Plattformen eignen sich primär für kleinere Transaktionen. Für den gehobenen Mittelstand ist ein strukturierter, vertraulicher Prozess deutlich effektiver, mit oder ohne Berater, zum Beispiel im direkten Gespräch mit einem Käufer, der selbst kauft.
Was kostet die Nutzung einer Nachfolgebörse?
Viele Nachfolgebörsen sind für Verkäufer kostenlos oder erheben nur geringe Gebühren. nexxt-change ist komplett kostenlos, DUB.de verlangt für Premium-Inserate eine Gebühr. Die eigentlichen Kosten entstehen durch den fehlenden professionellen Prozess: mangelnde Käuferqualifizierung, keine Verhandlungsführung und oft deutlich niedrigere Kaufpreise.
Kann ich mein Unternehmen über eine Nachfolgebörse vertraulich verkaufen?
Nur eingeschränkt. Zwar können Inserate anonymisiert werden, doch erfahrene Branchenkenner identifizieren Unternehmen häufig anhand von Region, Branche und Kennzahlen. Echte Diskretion erfordert einen kontrollierten Prozess mit individueller Ansprache und NDA, über einen Berater oder direkt mit einem Käufer. Das bieten Nachfolgebörsen nicht.
Quellen
- IfM Bonn: Unternehmensnachfolgen in Deutschland · 2026 bis 2030 · Grundgesamtheit: Unternehmen mit erwarteter Übergabe, Bestandsgröße über fünf Jahre
- DIHK: DIHK-Report Unternehmensnachfolge · Grundgesamtheit: IHK-Beratungsfälle zur Unternehmensnachfolge
Angaben nach bestem Wissen auf Basis der genannten Primärquellen. Keine Rechts- oder Steuerberatung.