Fachlich verantwortet von Daniel Szabo · Stand: Juni 2026
Nachfolgebörse im Vergleich
DUB.de, nexxt-change und andere Plattformen – wo finden Unternehmer wirklich qualifizierte Käufer? Ein ehrlicher Vergleich mit klaren Empfehlungen.
Was sind Nachfolgebörsen?
Nachfolgebörsen sind Online-Plattformen, auf denen Unternehmer ihre Firma zum Verkauf anbieten und potenzielle Käufer nach Übernahmemöglichkeiten suchen können. Die bekanntesten im deutschsprachigen Raum sind DUB.de, nexxt-change (getragen von KfW und IHK) sowie verschiedene regionale Börsen der Handwerkskammern.
Die Idee klingt bestechend einfach: Inserat aufgeben, Käufer finden, Unternehmen übergeben. Doch die Realität ist komplexer – insbesondere für mittelständische Unternehmen mit substanziellem Wert.
Plattformen im Überblick
DUB.de
Vorteile
- Große Reichweite
- Bekannte Marke
- Premium-Optionen
Nachteile
- Fokus auf kleine Deals
- Keine Verhandlungsbegleitung
- Begrenzte Diskretion
nexxt-change (KfW/IHK)
Vorteile
- Kostenlos
- Seriöser Träger
- Regionale Vernetzung
Nachteile
- Veraltetes Interface
- Kaum PE-Käufer
- Keine aktive Vermittlung
Firmenbörsen (BizBuySell, MicroAcquire)
Vorteile
- International
- Tech-affin
- Schnelle Listung
Nachteile
- Nicht auf DACH fokussiert
- Qualität der Anfragen variiert
- Sprachbarriere
Wo Nachfolgebörsen an Grenzen stoßen
Diskretion
Anonymisierte Inserate schützen nur oberflächlich. Branchenkenner identifizieren Unternehmen oft anhand weniger Datenpunkte.
Käuferqualität
PE-Fonds, Family Offices und strategische Käufer suchen selten auf öffentlichen Plattformen. Die Anfragen kommen häufig von unerfahrenen Einzelpersonen.
Bewertung & Verhandlung
Keine Plattform bietet eine professionelle Unternehmensbewertung oder begleitet Verhandlungen. Verkäufer sind auf sich allein gestellt.
Nachfolgebörse oder M&A-Berater?
| Kriterium | Nachfolgebörse | M&A-Boutique |
|---|---|---|
| Unternehmenswert | < 500.000 € | > 500.000 € EBITDA |
| Käuferzugang | Öffentlich, passiv | Aktiv, diskret, qualifiziert |
| Diskretion | Eingeschränkt | Vollständig kontrolliert |
| Bewertung | Keine / rudimentär | Professionell, marktbasiert |
| Verhandlung | Selbst | Professionell begleitet |
| Due Diligence | Keine Unterstützung | Vollständige Begleitung |
| Kosten | Gering / kostenlos | Success Fee 3–6% |
| Typischer Kaufpreis | Oft unter Marktwert | Marktgerecht bis Premium |
Häufige Fragen zu Nachfolgebörsen
Welche Nachfolgebörse ist die beste für den Mittelstand?
Für mittelständische Unternehmen mit einem EBITDA ab 500.000 Euro sind öffentliche Nachfolgebörsen wie DUB.de oder nexxt-change nur bedingt geeignet. Diese Plattformen eignen sich primär für kleinere Transaktionen. Für den gehobenen Mittelstand ist eine diskrete M&A-Beratung mit aktivem Käufernetzwerk deutlich effektiver.
Was kostet die Nutzung einer Nachfolgebörse?
Viele Nachfolgebörsen sind für Verkäufer kostenlos oder erheben nur geringe Gebühren. nexxt-change ist komplett kostenlos, DUB.de verlangt für Premium-Inserate eine Gebühr. Die eigentlichen Kosten entstehen durch den fehlenden professionellen Prozess: mangelnde Käuferqualifizierung, keine Verhandlungsführung und oft deutlich niedrigere Kaufpreise.
Kann ich mein Unternehmen über eine Nachfolgebörse vertraulich verkaufen?
Nur eingeschränkt. Zwar können Inserate anonymisiert werden, doch erfahrene Branchenkenner identifizieren Unternehmen häufig anhand von Region, Branche und Kennzahlen. Echte Diskretion erfordert einen kontrollierten Prozess mit individueller Käuferansprache und NDA-Management – das bieten Nachfolgebörsen nicht.
Quellen
- IfM Bonn: Unternehmensnachfolgen in Deutschland · 2026–2030 · Grundgesamtheit: Unternehmen mit erwarteter Übergabe – Bestandsgröße über einen Fünfjahreszeitraum
- DIHK: DIHK-Report Unternehmensnachfolge · Grundgesamtheit: IHK-Beratungsfälle zur Unternehmensnachfolge
Angaben nach bestem Wissen auf Basis der genannten Primärquellen. Keine Rechts- oder Steuerberatung.