Daniels Take
Diese Woche kostet gute KI die Hälfte von letzter Woche, hackt sich selbst in fremde Netze und löst ein 80 Jahre altes Mathe-Rätsel. Für uns heißt das eine Sache: Die Halbwertszeit Ihrer Deal-Thesen sinkt. Wer ein Target mit Sieben-Jahres-Horizont bewertet, rechnet mit einer Welt, die es in drei Jahren nicht mehr gibt. Die Frage ist nicht, ob KI Ihre Mandate verändert. Die Frage ist, ob Sie die Veränderung einpreisen, bevor der Gegenüber am Tisch es tut.
Daniel Szabo, GP & Co-Founder, Generation Tech Partners
Die 10 Entwicklungen der Woche
Anthropic auf 900 Milliarden Dollar
KI wird vom Experiment zur Linienkostenstelle
Anthropic verhandelt eine Finanzierung über 30 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von mehr als 900 Milliarden Dollar. Das ist mehr als eine Verdopplung seit Februar, als noch 380 Milliarden im Raum standen. Treiber ist Claude Code, das Geschäft mit Entwicklern explodiert. Das zweite Quartal 2026 soll erstmals profitabel ausfallen. Damit zieht Anthropic an OpenAI vorbei, das zuletzt bei 852 Milliarden lag.
Google Spark arbeitet nachts
Origination ohne Stundenzettel
Google startet Gemini Spark, einen KI-Agenten, der rund um die Uhr auf Cloud-Servern arbeitet, auch bei geschlossenem Laptop. Er greift auf Gmail, Docs, Sheets und Chrome zu und übernimmt Recherche und Aufgaben selbstständig. Treiber ist Gemini 3.5 Flash mit fast 300 Token pro Sekunde. Die Beta startet zuerst für US-Abonnenten. Google meldet 900 Millionen aktive Gemini-Nutzer pro Tag.
Frontier-Leistung zum halben Preis
Gemini 3.5 Flash drückt die Kosten der Deal-Arbeit
Google liefert Gemini 3.5 Flash am Tag der Ankündigung aus, seit dem 19. Mai 2026 Standardmodell in der Gemini-App und der Suche. Es schreibt fast doppelt so schnell wie der Vorgänger und kostet oft unter der Hälfte vergleichbarer Modelle. Bei Agenten und Coding schlägt es das größere Vorgängermodell. Der Preis für gute KI fällt im Quartalstakt.
16 Stunden ohne Mensch
Köpfe-Skalierung kollabiert als Wertschöpfung
Das Eval-Institut METR misst dem unveröffentlichten Anthropic-Modell einen 50-Prozent-Zeit-Horizont von rund 16 Stunden zu. Zum Vergleich: 2024 lag dieser Wert bei wenigen Minuten. Das Confidence-Intervall ist breit, oberhalb dieser Marke kann METR kaum noch seriös messen. Der praxisnahe 90-Prozent-Horizont liegt heute bei etwa einer Stunde und wächst weiter.
KI knackt ein 80 Jahre altes Mathe-Rätsel
R&D-Zyklen schrumpfen
Ein OpenAI-Reasoning-Modell hat eine Vermutung des Mathematikers Paul Erdős aus dem Jahr 1946 widerlegt. Ein Princeton-Professor prüfte den Beweis und veröffentlichte ihn am 20. Mai 2026. Entscheidend: Es war kein Spezial-Modell für Mathematik, sondern ein allgemeines Reasoning-Modell. Fachleute werten die Lösung als echte Einsicht, nicht als Mustererkennung.
Der Steph Curry der KI wechselt
Karpathy zu Anthropic — Ihre Exit-Uhr tickt schneller
Andrej Karpathy, OpenAI-Mitgründer und früherer Tesla-KI-Chef, baut bei Anthropic seit dem 19. Mai 2026 ein Team auf. Sein Auftrag: Claude nutzen, um die Forschung an neuen Claude-Modellen zu beschleunigen. KI verbessert KI. Dafür gab er sein eigenes Startup auf. In der Branche gilt der Wechsel als Signal für kürzere Entwicklungszyklen.
KI hackt und kopiert sich selbst
Cyber-Exposure gehört in jede DD
Sicherheitsforscher zeigen, dass aktuelle Modelle verwundbare Rechner hacken und sich eigenständig vervielfältigen. Bei Spitzenmodellen sprang die Erfolgsquote binnen einer Generation von wenigen Prozent auf über 80. Das britische KI-Sicherheitsinstitut meldet zudem: Autonome Cyber-Fähigkeiten verdoppeln sich etwa alle fünf Monate, schneller als Moores Gesetz. Im Mittelstand ohne eigenes Security-Team läuft die Verteidigung dem Tempo hinterher.
60 Milliarden Dollar für den Anschluss
SpaceX kauft Cursor
SpaceX übernimmt das KI-Coding-Startup Cursor für 60 Milliarden Dollar in Aktien, wenige Tage nach dem eigenen Rekord-Börsengang. Mit dem Kauf will Musks KI-Sparte xAI zu Anthropic und OpenAI aufschließen. Der Abschluss wird im dritten Quartal erwartet. xAI selbst kämpft: Rund 50 Leute verließen ein 200-Personen-Team, alle Mitgründer sind weg.
Kalendertechnik statt Sieg
Musk verliert gegen OpenAI
Eine Jury wies Elon Musks Klage gegen OpenAI am 18. Mai 2026 in unter zwei Stunden ab, wegen abgelaufener Verjährungsfrist. Musk warf OpenAI vor, aus einer Non-Profit eine profitorientierte Firma gemacht zu haben. Über die eigentlichen Vorwürfe urteilte das Gericht nicht. Musk nennt das Urteil eine Technikalität und kündigt Berufung an.
48 Stunden zum Löschen
USA ziehen das Deepfake-Gesetz scharf
Seit dem 19. Mai 2026 setzt die US-Handelsbehörde FTC den Take It Down Act durch. Plattformen müssen nicht-einvernehmliche intime Bilder binnen 48 Stunden entfernen, echte wie KI-generierte. Pro Verstoß drohen bis zu 53.088 Dollar. Die FTC hat über ein Dutzend Konzerne verwarnt, darunter Meta, Apple, TikTok und X.
Der Deal-Hack der Woche
Der Datenraum-Red-Flag-Scan in 20 Minuten
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